Haushalt 2026 beschlossen
Am Donnerstag den 26.03.2026 hat der Rat der Gemeinde Augustdorf den Haushalt 2026 beschlossen.
Wir danken der Verwaltung für die viele Arbeit und Mühe bei der Erstellung des Haushaltes sowie bei der Abbildung der politischen Wünsche im selben.
Im folgenden können Sie die Haushaltsrede unseres Fraktionsvorsitzenden Wolfgang Huppke lesen.
Haushaltsrede 2026
Schwierige Rahmenbedingungen und Zukunftsorientierung in Augustdorf
Sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrte Damen und Herrn des Gemeinderates, wehrte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung, liebe Gäste
Ich möchte meine Rede unter den Slogan:
„das Glas ist halb voll oder halb leer“
Die Sichtweise entscheidet, ob man Hoffnung oder Zweifel sieht.
Mit der Einbringung des Haushaltsplanentwurfes am 15. Januar 2026 und den darauffolgenden Ausschusssitzungen wurde der Grundstein für die heutige Ratssitzung gelegt. Im Mittelpunkt stehen die Haushaltsreden der einzelnen Fraktionen, die in vielen Kommunen „Land auf Land ab“ bereits gehalten wurden oder noch bevorstehen.
Allen gemeinsam sind die herausfordernden Rahmenbedingungen: Sparzwänge, sinkende Einnahmen und steigende Kosten bestimmen die Debatte. Dennoch bleibt die Notwendigkeit, auch unter schwierigen Voraussetzungen zukunftsgerichtete Investitionen zu tätigen.
Fokus der CDU
Die CDU setzt ihren Schwerpunkt klar auf den Erhalt der kommunalen Handlungsfähigkeit sowie eine langfristig solide Finanzierung.
Dies umfasst sowohl die aktuellen als auch die absehbaren Investitionen, insbesondere mit Blick auf Bildung und die in der Vergangenheit vernachlässigte Infrastruktur unserer Gemeinde.
Der Anspruch ist, Augustdorf für kommende Herausforderungen zu wappnen und den Lebensstandard der Bürgerinnen und Bürger nachhaltig mit Perspektive zu sichern.
Der vorliegende Haushalt mit seinen uns bekannten Investitionen bietet dazu eine gute Grundlage.
Finanzierungsinstrumente: Kredite und Fördermittel
Um wichtige Projekte voranzubringen, betrachtet die CDU neue Kredite und potenzielle Fördertöpfe als notwendige Instrumente.
Zu den priorisierten Maßnahmen gehören unter anderem das Klärwerk sowie laufende Baumaßnahmen -Feuerwehrgerätehaus- oder 2026 anstehenden Baumaßnahmen z.B. Rathausvorplatz, OGS Ausbau an beiden Schulen, um nur wenige zu nennen, die essenziell für die Zukunftsfähigkeit Augustdorfs sind. Hier gilt es, eine Balance zwischen finanzieller Verantwortung und innovativer Investition zu finden.
Zumindest für den Haushalt 2026 ist dies gelungen.
Kooperation mit Bund und Land
Für viele Projekte erwartet die CDU eine auskömmliche Gegenfinanzierung von Bund und Land – dies steht außer Frage. Besonders auf die noch nicht im Ansatz gesicherte Finanzierung der ABC Klassen, welche in 2 Jahren an den Start gehen sollen.
Es ist davon auszugehen, dass auch die anderen Fraktionen in ihren Reden auf diese Themen eingehen werden, weshalb an dieser Stelle auf detaillierte Ausführungen verzichtet wird.
Lagebild Augustdorf – 2026 -29
Analyse der aktuellen Haushaltslage und positive Entwicklung
Im aktuellen Lagebild der Gemeinde Augustdorf steht die finanzielle Situation im Mittelpunkt. Trotz eines Defizits von ca. 3,8 Millionen im Ergebnisplan gibt es zahlreiche positive Aspekte, die auf eine stabile und vorausschauende Haushaltsführung zurückzuführen sind.
Wesentliche Investitionen sind das Feuerwehrgerätehaus, Anschaffung neues Feuerwehrfahrzeug, OGS Ausbau an beiden Grundschulen, Tiefbaumaßnahmen Ortskern Rathaus, Schaffung von Räumlichkeiten um nur einige Schwerpunkte zu nennen.
Wichtige Zahlen im Ergebnisplan
Die wichtigsten Kennzahlen für das Haushaltsjahr 2026 lauten wie folgt:
Das Defizit von 3,8 Millionen Euro ist zwar kein erfreulicher Wert, doch die detaillierte Betrachtung zeigt, dass die Gemeinde auf eine solide Basis zurückgreifen kann.
Bei der Betrachtung der Haushaltslage für das Jahr 2026 ist es unerlässlich, die Entwicklung der vergangenen Jahre mit einzubeziehen. Besonders hervorzuheben ist, dass die Gewerbesteuereinnahmen in den letzten Jahren fast regelmäßig die ursprünglichen Haushaltsansätze übertroffen haben. Dies hat dazu geführt, dass die Ausgleichsrücklage kontinuierlich aufgebaut werden konnte.
Für das Jahr 2026 prognostiziert der Kämmerer einen Rückgang der Gewerbesteuereinnahmen auf etwa 13 Millionen Euro. Die Ausgleichsrücklage wird voraussichtlich bereits um 3,8 Millionen Euro abschmelzen. Nach aktuellen Planungen wird die Rücklage bis 2029 auf nur noch etwa 100.000 Euro sinken!!!!
Stabilität durch vorausschauende Haushaltsführung
Die Gemeinde Augustdorf hat in den vergangenen Jahren durch eine vorausschauende Planung und verantwortungsvolle Haushaltsführung die Grundlage für Stabilität geschaffen. Dies ist nicht zuletzt der guten Arbeit der Kämmerei, der Fachbereiche und der politischen Entscheidungsträger zu verdanken.
Positive Aspekte des aktuellen Haushalts
Keine neuen Kredite für geplante Investitionen: Die Gemeinde muss für einige anstehende Investitionen aktuell noch keine neuen Kredite aufnehmen. In der aktuellen finanziellen Lage ist das ein großer Vorteil und ein Zeichen für ein umsichtiges Finanzmanagement.
Konstante Steuersätze: Die Steuersätze können weiterhin konstant gehalten werden. Dies signalisiert Stabilität und Verlässlichkeit gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern sowie der lokalen Wirtschaft. Ein besonderes Dankeschön gilt den Gewerbetreibenden, die durch ihre Gewerbesteuerzahlungen maßgeblich zur Haushaltslage beitragen
Ein Blick auf die Gewerbesteuer-Hebesätze zeigt, wie wir im Vergleich mit anderen Kommunen stehen:
· Augustdorf: 430 v. H.
· NRW-Durchschnitt: 448,2 v. H.
· Lippe-Durchschnitt: 440 v. H.
· Nachbarkommune SHS: 370 v. H.
Insbesondere SHS ist mit einem Hebesatz von nur 370 v. H. sehr Unternehmerfreundlich aufgestellt.
Dank an die Mitarbeiter: Auch unsere engagierten Mitarbeiter der Gemeinde leisten einen wichtigen Beitrag zur positiven Entwicklung und Stabilität des Haushalts.
Auch ihr Einsatz verdient Anerkennung.
Fazit
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Gemeinde Augustdorf trotz des aktuellen Defizits noch – ich betone noch - auf eine stabile finanzielle Basis bauen kann.
Die vorausschauende Haushaltsführung, die konstante Steuerpolitik und die Unterstützung durch die lokale Wirtschaft ermöglichen es, die Herausforderungen zu meistern und noch positive Impulse für die Zukunft zu setzen.
Prognose bis 2029
Aber was steht uns noch bevor?
Die Haushaltslage blieb angespannt, da die Einnahmen aus der Gewerbesteuer so die Planungen, vermutlich weiterhin nicht ausreichten werden, um die laufenden Ausgaben und Investitionen vollständig zu decken. Die Rücklagen müssen daher primär zur Sicherung der Pflichtaufgaben eingesetzt werden, während freiwillige Leistungen teilweise vielleicht im Laufe der nächsten Jahre zurückgefahren oder nur noch eingeschränkt bedient werden können. Ich betone nochmals – vielleicht.
Neue Kredite sind zwangsläufig die Folge.
Ohne zusätzliche Einnahmequellen wie Bundes.- oder Landesmittel oder Einsparungen ist die Erfüllung freiwilliger Leistungen möglicherweise zunehmend gefährdet.
Geschweige denn die Finanzierung neuer Projekte.
Risiken und Unsicherheiten
Kreisumlage: Die Kreisumlage stellt einen erheblichen Kostenfaktor dar und ist u.a. abhängig von der Haushaltslage des Kreises.
Steigende Umlagen belasten die kommunalen Haushalte zusätzlich und reduzieren die Spielräume für Investitionen und freiwillige Leistungen.
Bei der Kreisumlage 2026 sind wir alle in Lippe mit einem blauen Auge davongekommen.
Das lag zum einem daran das der LWL in Münster weitere 5 Millionen an Forderungen gegenrechnen konnte sowie der Kreis Lippe 5 Millionen aus seiner Ausgleichsrücklage eingebracht hat.
Übrigens mit Blick auf 2027 – der Topf Kreis ist fast leer – so weit schon mal der Blick auf 2027
Fazit: Die Weltlage ist zunehmend instabil, und diese Unsicherheiten spiegeln vom Bund über das Land, den Kreis - sich unweigerlich auch in unserem kommunalen Haushalten der nächsten Jahre wider.
Wirtschaftsförderung als Chefsache
Die Wirtschaftsförderung ist in kleinen Gemeinden wie Augustdorf von entscheidender Bedeutung. Sie bildet das Fundament für die Zukunftssicherung und die Lebensqualität vor Ort. Gerade in überschaubaren Kommunen muss die Wirtschaftsförderung als Chefsache verstanden werden – eine Aufgabe, die direkt in den Verantwortungsbereich der Gemeindeführung und insbesondere des Bürgermeisters fällt.
Die Ressourcen im Industriegebiet sind begrenzt, die Infrastruktur ist überschaubar und die Konkurrenz durch Nachbarkommunen nicht zu unterschätzen.
Während Nachbarkommunen mit moderner Infrastruktur und großzügigen Flächen punkten, müssen wir in Augustdorf mit Kreativität und persönlichem Engagement überzeugen.
Erfolgreiche Wirtschaftsförderung ist das Rückgrat jeder Gemeinde. Sie schafft Arbeitsplätze, stärkt die lokale Wertschöpfung und sorgt für attraktive Angebote im Alltag.
Ohne eine aktive und vorausschauende Wirtschaftspolitik drohen Abwanderung, Leerstand und sinkende Lebensqualität.
Die Wirtschaftsförderung ist in kleinen Gemeinden wie Augustdorf somit eine zentrale Aufgabe. Sie verlangt persönliches Engagement, strategisches Denken und eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten.
Wenn Bürgermeister, Verwaltung und Gemeinderat gemeinsam handeln, können sie die Herausforderungen meistern und die Gemeinde als starken, attraktiven Standort für die Zukunft sichern.
Nur so bleibt Augustdorf lebenswert und wirtschaftlich erfolgreich
Aber was kommt nach diesem und den nächsten Jahren auf uns zu?
Was können wir uns leisten? Was ist wirklich notwendig?
Was wäre „schön, es zu haben“, aber vielleicht nicht zwingend erforderlich?
Die aktuellen uns vorliegenden Zahlen unterstreichen eindrucksvoll, wie wichtig es ist, mit den verfügbaren Mitteln verantwortungsvoll umzugehen. Besonders in Zeiten stagnierender oder rückläufiger Einnahmen stehen wir vor der Herausforderung, unsere Wünsche und geplanten Vorhaben kritisch zu hinterfragen.
Die Liste der notwendigen Vorhaben ist lang.
Was können wir uns leisten?
Die Frage, was wir uns tatsächlich leisten können, verlangt nach einer ehrlichen Analyse der finanziellen Situation.
Es gilt, Prioritäten zu setzen und zu überprüfen, welche Projekte und Investitionen realisierbar sind, ohne die langfristige Stabilität zu gefährden. Dabei sollten nicht nur die aktuellen Kosten, sondern auch zukünftige Verpflichtungen und mögliche Risiken berücksichtigt werden.
Was ist wirklich notwendig?
Notwendigkeiten unterscheiden sich häufig von Wünschen.
Pflichtaufgaben sind notwendig und vernachlässigte Infrastruktur ebenfalls.
Aber es gibt auch Wünsche die aus dem Blickwinkel der Bürger notwendig erscheinen, aber Verwaltung und politische Entscheider aus ihrer Perspektive und Wissen zu einer anderen Entscheidung kommen. Wie erwähnt, müssen wir mit Augenmaß und sorgfältiger Abwägung agieren, gerade auch in den wichtigen Bereichen wie die Bildung. Unsere Entscheidungen sollten so getroffen werden, dass sie uns auch in Zukunft ausreichend Handlungsspielräume lassen.
Beides muss passen.
Besonders im Bereich der Grundschulen besteht jetzt dringender Handlungsbedarf: Es müssen zügig die notwendigen Beschlüsse gefasst werden, um den Herausforderungen gerecht zu werden und die Weichen für eine erfolgreiche Bildungsentwicklung zu stellen. Nach 2017 und 2024 sollten wir jetzt endlich Beschlüsse herbeiführen und nicht unnötige wieder Zeit vergeuden.
Natürlich ist zu erwarten, dass diese Entscheidungen zu intensiven Diskussionen führen. Doch gerade solche Debatten gehören zu einer lebendigen Demokratie dazu. Unterschiedliche Standpunkte und der konstruktive Austausch sind wertvoll und tragen dazu bei, mit Augenmaß die besten Lösungen für unsere Gemeinschaft zu finden.
Lasst uns Verantwortung übernehmen – durch Haushaltsdisziplin, vorausschauende Planung und offene Diskussion. Nur so gestalten wir gemeinsam eine nachhaltige und zukunftsfähige Politik.
Fazit aus unsere Sicht:
wir sollten uns zeitnah zusammensetzen und Handlungsempfehlungen für uns Entscheidungsträger und Budgetverantwortliche in den Fachbereichen über das Jahr 2026 hinaus erarbeiten.
Noch zwei kurze Anmerkungen:
1 - wenn wir als Kommune Geld zum Beispiel auch aus dem Sondervermögen einsetzen, so bestimmen wir natürlich auch wie die Augustdorfer Lebenswelt in 10, 20 oder 30 Jahren aussehen wird.
Darüber müssen wir uns stetig bewusst sein.
Dazu gehören die aktuellen angestrebten Entwicklungen zum Baulandemanagement, der Hochwasserschutz, weitere Investitionen in die Infrastruktur / Schwerpunkt Straßen als Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge. Auch dazu haben wir gemeinsam mit der SPD einen Antrag gestellt.
Wann haben wir auf unseren Gemeinde Straßen das letzte Mal eine Teermaschine gesehen?
Genau – länger als 15 Jahre her. Übrigens liegt die Straßenunterhaltung in unserer ureigensten Verantwortung.
2 - zum politischen Tagesgeschehen, gehört auch das wir als Fraktionen Anträge stellen.
Diese müssen dann in der Verwaltung zusätzlich zu den laufenden Geschäften abgearbeitet / umgesetzt werden.
Um ehrlich zu sein, mit dem Wissen wie umfangreich eine sachliche und fundierte Aufarbeitung damit verbunden ist, habe ich zurzeit doch ein wenig Bauschmerzen, was die zeitnahe Bearbeitung angeht.
Dahinter stehen unser Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und deren aktuellen Kapazitäten sind bekanntlich zurzeit begrenzt. Gerade der Fachbereich 4 aber auch die anderen Fachbereich 4 sind betroffen.
Mit dem vorliegenden Stellenplan haben wir erst einmal eine kleine Entlastung herbeigeführt
Sie unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gemeinde, egal an welcher Stelle, halten den Laden am Laufen und dafür gebührt Ihnen ein herzlicher Dank.
Besonders der gesamten Kämmerei unter Patrick Hermann für den Haushaltsplan 2026
„Qualität geht vor Quantität“ Ihr Service und Engagement ist das Aushängeschild der Gemeinde.
Wenn es ruckelt, lassen sie es wie bisher die Politik frühzeitig wissen.
Nun zum Schluss:
- Die Risiken und Unsicherheiten bleiben präsent.
- Die Entwicklung der Rücklagen muss aufmerksam verfolgt werden, um frühzeitig auf Veränderungen reagieren zu können.
- Bildung und Infrastruktur müssen weiterhin im Mittelpunkt stehen.
Abschließend möchte ich uns alle ermutigen:
Achten wir auf unsere Perspektive. Sehen wir das Glas als halb voll an. Teilen wir unseren Optimismus mit anderen, und lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, das Glas weiter zu füllen, für uns und für unsere Gemeinde.
Herzlichen Dank für den vorgelegten Haushaltsplanentwurf 2026
Herzlichen Dank für ihre Aufmerksamkeit
Die CDU Fraktion wird diesem Haushalt 2026 zustimmen
Herzliche Grüße
Wolfgang Huppke